Ausführliche Skat Anleitung

Dass Kartenspiele in Deutschland sehr beliebt sind, ist kein Geheimnis. Eines hiervon ist Skat. Hierbei handelt es sich wahrhaftig um ein deutsches Spiel, schließlich wurde es hier erfunden.

Genauer gesagt im Thüringer Altenburg und zwar um 1820 herum. Seinen Ursprung hat das Kartenspiel im Schafkopf. Während dieses heutzutage vor allem in Bayern beliebt ist, bleibt Altenburg nach wie vor die Hochburg des Skats. So wichtig ist diese Stadt, dass nicht nur der Deutsche Skatverband, sondern auch das Internationale Skatgericht Altenburg zu ihrem Sitz ernannt haben. Ja, Sie haben richtig gehört, es gibt ein Internationales Skatgericht! Dieses beschäftigt sich mit der Klärung möglicher Regelverstöße im Skatsport. Ob es auch für Missverständnisse am privaten Skatstammtisch bezüglich der besten Skat Strategie zuständig ist, ist hingegen eher fraglich. All dies lässt jedoch auf die Beliebtheit des Skats schließen. Wenn auch Sie dem Spiel eine Chance geben möchten, dann erfahren Sie nun alles, was Sie hierüber wissen müssen.

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Wie wird Skat gespielt?

Nun, Skat ist kein einfaches Spiel. Es hat ein paar Regeln, die auf den ersten Blick recht verwirrend wirken können. Skat einfach durch das Lesen einer Spielanleitung zu erlernen, ist ebenfalls sehr schwer. Ich möchte Ihnen hier somit nur die Grundlagen beibringen, sodass Sie gut vorbereitet mit einem Skatprofi üben und die besten Skat Strategien entwickeln können. Sollten Sie ohne jegliche Erfahrung sofort um Geld spielen wollen, ist Skat somit nicht das geeignetste Glücksspiel. Ich empfehle Ihnen in diesem Fall, die Weisheit ‚Übung macht den Meister‘ wirklich zu Herzen zu nehmen.

Die absoluten Grundlagen

Es werden immer drei Spieler benötigt. Mehr oder weniger Teilnehmer sind bei diesem Kartenspiel nicht möglich. Skat wird entweder mit einem deutschen oder einem französischen Blatt gespielt. In beiden Fällen werden jedoch 32 Karten mit vier Farben und acht Karten pro Farbe verwendet. Das bedeutet, es gibt die Farben Kreuz/Eichel, Pik/Blatt, Herz und Karo/Schelle. Beim Skat verhält es sich genau wie bei vielen anderen Kartenspielen auch: nicht jede Karte ist gleich gut. Die (Trumpf) Reihenfolge ist wie folgt: An der Spitze stehen die vier Buben, mit dem Kreuz Buben als bester, gefolgt von Pik, Herz und Karo. Hiernach kommen die Zahlen- und Bildkarten: As, 10, König, Dame, 9, 8 und 7.

Trumpf Reihenfolge

Kreuz Bube Pik Bube Herz Bube
Karo Bube As 10 König Dame
9 8 7

Jetzt geht’s ans Eingemachte

Diese Grundlagen helfen Ihnen zunächst zu verstehen, welche Karten Sie überhaupt zum Spielen verwenden können und welche Trümpfe es generell gibt, sowie deren Reihenfolge. Soweit so gut, doch Skat wäre in Deutschland nicht so beliebt, wenn die Regeln hier schon aufhören würden – oh nein, wir machen es uns gerne etwas kompliziert. Beim Skat gibt es ein großes Ziel, nämlich das Spiel insgesamt zu gewinnen, sowie mehrere kleine Ziele: Im Reizen-Teil als Sieger hervorzugehen, den Spielen-Teil zu gewinnen und schließlich die meisten Punkte zu erhalten. Sich dies bewusst zu sein, ist eine gute Skat Strategie. Mit dem Reizen fängt das Spiel an.

Teil 1: Das Reizen

Sobald jeder Spieler insgesamt zehn Karten erhalten hat, wobei diese in einer bestimmten Reihenfolge ausgeteilt werden, fängt der erste Teil des Spieles an. Hierbei handelt es sich um das Reizen. Dieses bestimmt den weiteren Spielverlauf, genauer gesagt, welche Farbe neben den Buben zum Trumpf wird. Derjenige, der beim Reizen gewinnt, erhält den Vorteil, diese Farbe ansagen zu dürfen. Zudem darf dieser Spieler die zwei übriggebliebenen Karten (Skat) vom Stapel aufnehmen. Das ist in vielen Fällen eine gute Skat Strategie, da er diese gegen zwei schlechtere Karten in seiner Hand tauschen kann. Er muss jedoch wieder zwei Karten verdeckt ablegen (drücken), bevor er die Farbe ansagt. Dieser Gewinner heißt beim Skat Solist, da er im darauffolgenden Teil als Alleinspieler gegen die zwei Gegenspieler antritt.

Mit und ohne

Doch wie läuft das Reizen ab? Jeder Spieler ermittelt für sich den Spielwert seiner Hand. Wenn in dieser ein Kreuz Bube vorhanden ist, gilt dies stets als ‚mit‘. Ist kein Kreuz Bube dabei, zählt dies als ‚ohne‘. Sobald mit und ohne festgelegt wurden, wird die Trumpfreihenfolge der weiteren Buben beachtet. Dies ist am besten mit Hilfe einer Tabelle zu erklären, wobei eine gute Skat Strategie ist, sich diese einzuverleiben: Ja bedeutet, dass dieser Bube auf der Hand vorhanden ist und Nein, dass eben dieser nicht dabei ist. Nein / Ja bedeutet, dass es auf die Punktzahl für mit oder ohne keinen Einfluss hat, ob dieser Bube ebenfalls auf der Hand vorhanden ist oder nicht.


  Mit
  

  Ohne
  

  Kreuz
  

  Pik
  

  Herz
  

  Karo
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  Nein / Ja
  

  1
  

  
  

  Ja
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  2
  

  
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  Nein
  

  3
  

  
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  4
  

  
  

  Nein
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  
  

  1
  

  Nein
  

  Nein
  

  Ja
  

  Nein
  

  
  

  2
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  Ja
  

  
  

  3
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  
  

  4
  

Spiel

Sobald der Wert für mit oder ohne ermittelt wurde, geht es darum, das Spiel zu ermitteln. Dieses wird grundsätzlich festgelegt, indem dem Wert aus mit oder ohne eine 1 hinzuaddiert wird. Das bedeutet:


  
  

  
  

  
  

  
  

  Mit
  

  Ohne
  

  Spiel
  

  Kreuz
  

  Pik
  

  Herz
  

  Karo
  

  
  

  
  

  (+1)
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  Nein / Ja
  

  1
  

  
  

  2
  

  Ja
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  2
  

  
  

  3
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  Nein
  

  3
  

  
  

  4
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  4
  

  
  

  5
  

  Nein
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  
  

  1
  

  2
  

  Nein
  

  Nein
  

  Ja
  

  Nein
  

  
  

  2
  

  3
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  Ja
  

  
  

  3
  

  4
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  
  

  4
  

  5
  

Grundwert und Reizwert

So wissen wir nun, ob es sich um mit/ohne und um welches Spiel es sich handelt. Gesagt wird übrigens zum Beispiel „mit 1 Spiel 2“ oder „ohne 3 Spiel 4“. Doch warum ist das wichtig? Hieraus kann sich zunächst jeder Spieler still und heimlich den Reizwert seiner Hand errechnen. Diese Berechnung auswendig zu kennen, ist ebenfalls eine gute Skat Strategie.

Der Reizwert ergibt sich aus dem Grundwert multipliziert mit dem Spiel (Reizwert = Grundwert * Spiel). Die Grundwerte wiederum nehmen die Farben zur Grundlage: Kreuz hat den Grundwert 12, Pik 11, Herz 10 und Karo 9. Der Spieler entscheidet selbst, welche der Karten in seiner Hand, die nicht zu den Buben gehören, ihm die meisten Chancen zu gewinnen versprechen. Hat er zum Beispiel hauptsächlich Karten mit der Farbe Karo in der Hand, wird er sich hierfür entscheiden. Der Grundwert würde somit 9 sein. Bei einem Spiel von 2, ergibt sich hierdurch ein Reizwert von 18 (Grundwert 9 * Spiel 2 = Reizwert 18).

Grundwerte

Kreuz 12

Pik 11

Herz 10

Karo 9

Reizen

Sobald alle Spieler ihren maximalen Reizwert errechnet haben, kommt es zum eigentlichen Reizen. Jeder Spieler versucht die jeweils anderen zu überbieten, um schließlich als Solist hervorzugehen. Dieser Prozess folgt einer ganz bestimmten Reihenfolge, die sich an dem des Kartenverteilens orientiert: ‚Geben, Hören, Sagen, Weitersagen‘. Der sagende Spieler nennt dem hörenden immer weiter ansteigende Reizwerte, bis einer der beiden passen muss (‚weg‘). Hieraufhin wendet sich derjenige, der nicht passen musste, an den dritten Spieler. Am Schluss bleibt ein Spieler übrig, der den höchsten Reizwert hat und so zum Solisten wird. Als Sieger hervorzugehen ist oft eine gute Skat Strategie.

Mögliche Reizwerte

18 – 20 – 22 – 24 – 27 – 30 – 33 – 36 – 40 – 44 – 45 – 48 – 50 – 55 – 60

Teil 2: Das Spiel

Wir haben also nun unseren Solisten. Dann kann es mit dem eigentlichen Spiel losgehen. Zunächst nimmt der Solist den Skat auf und drückt zwei beliebige Karten. Diese legt er verdeckt neben sich. Nun gibt der Solist an, welche Farbe Trumpf wird. Zudem sind Buben immer Trümpfe. Alle Karten, die Sie auf der Hand haben und der Trumpffarbe entsprechen und/oder Buben sind, gelten als Trumpfkarten. Die restlichen Karten sind Fehlkarten.

Bedienpflicht

Beim Skat muss bedient werden. Das heißt, die erste gespielte Karte gibt vor, was die anderen Spieler spielen müssen. Wird eine Fehlkarte gespielt, müssen die Gegenspieler ebenfalls eine Karte dieser gespielten Fehlfarbe spielen. Wird eine Trumpfkarte gespielt, müssen auch die Gegenspieler Trümpfe spielen. Ist es Ihnen nicht möglich, einen Trumpf zu spielen, können Sie auch eine Fehlkarte spielen. Es besteht jedoch nicht mehr die Chance, diesen Stich zu gewinnen. Andersherum ist es auch möglich, einen Trumpf zu spielen, wenn Sie keine Fehlkarten mehr haben, jedoch eine Fehlkarte bedient werden müsste. Hiernach haben Sie noch immer die Chance, den Stich zu gewinnen. Spielen Sie eine Fehlkarte, die nicht dieselbe Farbe der Bedienfehlkarte hat, haben Sie wiederum keine Chance mehr, den Stich zu gewinnen.

Stich

Während jeder Stich-Runde wird von jedem Spieler eine Karte und somit insgesamt drei Karten gespielt. Der Aufspieler, der links vom Geber sitzt, fängt an. Er spielt eine Karte. Da die erste gespielte Karte bedient werden muss, legen nun die beiden Gegenspieler entsprechend ihre Karten. Der Stich geht an den Spieler, der die Karte mit dem höchsten Trumpf gelegt hat. Hier wird die beste Skat Strategie zum Sieg verhelfen.

Der Spieler, der den Stich gewonnen hat, darf die erste Karte für die nächste Stich-Runde spielen und somit den Spielverlauf dieser bestimmen. Karten, die durch einen Stich gewonnen werden (das heißt, alle in der jeweiligen Stich-Runde gespielten Karten), werden verdeckt neben den gewinnenden Spieler gelegt. Dies wird solange wiederholt, bis alle Karten gespielt wurden.

Ermitteln der Punkte

Zum Ermitteln des Gewinners werden die Kartenwerte der im Stich gewonnen Karten zusammengezählt. Interessant sind jedoch zumeist nur die Karten des Solisten (siehe Aufschreiben). Insgesamt sind 120 Punkte im Spiel. 61 hiervon werden vom Solisten mindestens zum Gewinnen benötigt. Für die Gegenspieler reichen 60 Punkte aus. Zum Ermitteln der Punkte, wird der Kartenwert der in den Stichrunden gewonnenen Karten, zusammengezählt. Diese ebenfalls auswendig zu kennen, ist eine gute Skat Strategie.

Kartenwert

As 11 10 10 König 4 Dame 3 Bube 2 7,8,9 0

Aufschreiben

Sobald feststeht, ob der Solist gewonnen hat oder nicht, wird aufgeschrieben. Variante eins ist, dass immer nur die Punkte des Solisten aufgeschrieben werden. Hat er gewonnen, wird der einfache Spielwert aufgeschrieben. Hat er verloren, wird das Doppelte seines Spielwertes als Minuspunkte aufgeschrieben. Variante zwei hingegen ist etwas komplizierter. Der Spielwert des Solisten wird ihm als Ganzes aufgeschrieben und den Gegenspieler jeweils als die Hälfte. Beispiel 1: Der Solist hat mit dem Spielwert 70 gewonnen, dann erhalten die Gegenspieler jeweils -35 Punkte und der Solist +70. Beispiel 2: Der Solist hat mit dem Spielwert 80 verloren, dann erhalten die Gegenspieler jeweils +40 Punkte und der Solist -80. Es gibt noch weitere Varianten, die Sie bei Ihrer Skat Strategie beachten müssen.

Der Spielwert errechnet sich aus dem Grundwert der gespielten Farbe multipliziert mit dem Spiel der Ausgangshand des Solisten. Wurde zum Beispiel Pik gespielt, beträgt der Grundwert 11. Hatte der Solist während des Reizens einen Kreuz Buben sowie einen Pik Buben jedoch keinen Herz Buben auf der Hand, handelt es sich um Spiel 3. Der Spielwert ist somit 33 (Grundwert 11 * Spiel 3 = Spielwert 33).


  
  

  
  

  
  

  
  

  Mit
  

  Ohne
  

  Spiel
  

  Grundwerte
  

  Kreuz
  

  Pik
  

  Herz
  

  Karo
  

  
  

  
  

  (+1)
  

  Kreuz 12
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  Nein / Ja
  

  1
  

  
  

  2
  

  Pik 11
  

  Ja
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  2
  

  
  

  3
  

  Herz 10
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  Nein
  

  3
  

  
  

  4
  

  Karo 9
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  Ja
  

  4
  

  
  

  5
  

  
  

  Nein
  

  Ja
  

  Nein
  

  Nein / Ja
  

  
  

  1
  

  2
  

  
  

  Nein
  

  Nein
  

  Ja
  

  Nein
  

  
  

  2
  

  3
  

  
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  Ja
  

  
  

  3
  

  4
  

  
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  Nein
  

  
  

  4
  

  5
  

  
  

Weitere Spielarten

Doch Skat, wäre nicht Skat, wenn es so einfach wäre… Bei der zuvor beschriebenen Spielweise handelt es sich um das Farbspiel. Skat hält jedoch noch weitere Spielarten für Sie bereit, die dieses Kartenspiel um einiges verkomplizieren können. Dementsprechend empfiehlt es sich, zunächst das Farbspiel zu üben, bis Sie sich mit den Spielregeln bestens auskennen und erst dann in die Feinheiten der folgenden Varianten einzuarbeiten.

Nullspiel

Beim Nullspiel gibt es keine besonderen Trümpfe. Dementsprechend ist die Reihenfolge wie von anderen Kartenspielen gewohnt: 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, As. Man sagt hier zu, dass die Buben eingereiht sind. Die Bedienpflicht gilt beim Nullspiel ebenfalls, jedoch ist Ziel des Spieles keine Punkte zu erhalten. Mit anderen Worten: Sie versuchen beim Nullspiel keine Stich-Runde zu gewinnen. Der letzte Unterschied zum Farbspiel ist, dass 23 der maximale Reizwert ist.

Grandspiel

Als einzige Trümpfe zählen beim Grandspiel die Buben. Der Grundwert beträgt 24, weshalb maximal bis 120 gereizt werden kann. Alles Weitere bleibt wie beim Farbspiel.

Erhöhung des Gewinngrades

Als es um das Erklären des Farbspiels ging, habe ich Ihnen die möglichen Reizwerte aufgelistet. Nun, diese sind nicht verkehrt, jedoch gibt es noch ein paar Möglichkeiten, wie dieser erhöht werden kann. Alle der folgenden Spielzüge beziehen sich auf den Solisten. Grundsätzlich gilt, dass bei einer Niederlage nach diesen Spielzügen der eigentliche Vorteil der Gewinngrade zum Nachteil wird. Der Reizwert wird nämlich inklusive Gewinngrade als negative Punkte aufgeschrieben.

Handspiel

Beim Handspiel wird der Skat nicht aufgenommen. Dies führt dazu, dass der Solist am Ende des Spielen-Teils mehr Punkte erhält, sollte er als Sieger hervorgehen. Der Spielwert errechnet sich dann aus (Spiel + 1) * Grundwert.

Schneider

Sollten Sie als Solist mehr als 90 Punkte haben, dann spielen Sie Ihre Gegenspieler Schneider. Auch das führt dazu, dass am Ende des Spielen-Teils mehr Punkte aufgeschrieben werden. Der Spielwert entspricht dann (Spiel + 1) * Grundwert oder (Spiel + Hand + 1) * Grundwert, sofern ebenfalls ein Handspiel vorliegt. Wenn Sie Ihren Schneider vorher angesagt haben und Sie gewinnen, erhöht sich Ihr Gewinngrad nochmal um 1. Das heißt, mit angesagtem Schneider errechnet sich der Spielwert aus (Spiel + Schneider + 1) * Grundwert oder (Spiel + Hand + Schneider + 1) * Grundwert.

Schwarz

Haben Sie es geschafft, dass Sie als Solist alle Stiche gewonnen haben, dann haben Sie Ihre Gegenspieler schwarz gespielt. Da es sich hierbei um eine tolle Leistung handelt, erhalten Sie ebenfalls einen weiteren Gewinngrad. Da dies immer mit Schneider in Verbindung steht, sind es strenggenommen gleich zwei Gewinngrade. Der Spielwert errechnet sich somit aus (Spiel + Schneider + 1) * Grundwert oder (Spiel + Schneider + angesagt + 1) * Grundwert oder (Spiel + Hand + Schneider + 1) * Grundwert oder (Spiel + Hand + Schneider + angesagt + 1) * Grundwert.

Ouvert

Beim Ouvert-Spiel legen Sie als Solist Ihre Karten offen auf den Tisch, sodass Ihre Gegenspieler diese einsehen können. Am Ende des Spielen-Teils erhalten Sie hierfür einen weiteren Gewinngrad. Der Spielwert errechnet sich dann aus (Spiel + 1) * Grundwert. Sollten noch Handspiel, Schneider und/oder schwarz hinzukommen, werden die Gewinngrade dieser natürlich ebenfalls hinzuaddiert.

Mögliche Reizwerte

18 - 20 - 22 - 23 - 24 - 27 - 30 - 33 - 35 - 36 - 40 - 44 - 45 - 46 - 48 - 50 - 54 - 55 - 59 - 60 - 63 - 66 - 70 - 72 – 77 - 80 – 81 – 84 – 88 – 90 – 96 – 99 – 100 – 108 – 110 – 117 – 120 – 121 – 126 – 130 – 132 – 135 – 140 – 143 – 144 – 150 – 153 – 154 – 156 – 160 – 162 – 165 – 168 – 170 – 176 – 180 – 187 – 192 – 198 – 204 – 216 – 240 – 264

Die Sonderregeln

Hinzukommen noch ein paar Sonderregeln, die ich an dieser Stelle kurz ansprechen möchte. Ins Detail kann ich leider aus Platzgründen nicht gehen. Das würde bei Skat-Anfängern vermutlich auch zu zusätzlicher Verwirrung führen. Zudem handelt es sich hierbei zumeist um Regeln, die nur beim Kneipenskat vorzufinden sind.

Einmischen oder Ramschen

Wenn keiner der Spieler beim Reizen ‚18‘ sagt, wird neu eingemischt und die Karten neu ausgeteilt. Das ist zumindest laut der internationalen Skatverordnung der Fall. Wird Skat hingegen in der Kneipe gespielt, sieht es anders aus. Hier findet in diesem Fall eine Ramschrunde statt. Es wird zwar neu eingemischt, doch die nächste Runde ist ein Ramschspiel. Hier sind, wie beim Grandspiel, nur Buben Trumpf, Ziel ist jedoch so wenig Punkte wie möglich zu erhalten. Solist wird derjenige, der dies schafft. Der mit den meisten Punkten hingegen, bekommt diese als Minuspunkte abgezogen.

Bockrunden

Auch Bockrunden werden für gewöhnlich eher in der Kneipe gespielt als beim offiziellen Skatsport. Hier wird der Grundwert von Anfang an für jeden Spieler verdoppelt. Sie kommen zumeist dann vor, wenn das Spiel 60 zu 60 ausgegangen ist (der Solist benötigt mindestens 61 Punkte, um zu gewinnen). Sie werden unter anderem auch in Kombination mit Ramschrunden gespielt.

Re und Kontra

Ein Gegenspieler ist, nachdem der Solist die Spielart angesagt hat, der Meinung, dass er das Spiel auf jeden Fall gewinnen wird? Dann ruft er Re. Sollte er tatsächlich gewinnen, erhält er die doppelte Anzahl an Punkten. Erwidert der Solist dies jedoch mit einem Kontra, wird die Punktezahl vervierfacht. Bock, Hirsch und Zippe sind die Ausrufe, die beim weiteren Überbieten verwendet werden und zur zusätzlichen Erhöhung der Punktezahl beitragen.

Überreizen

Wenn der Solist nach dem Aufheben des Skats einen geringeren Reizwert in der Hand hält, als dies im der Reizen-Teil der Fall, kommt es eventuell zu einem Überreizen. Nun besteht die Möglichkeit einfach mit dem neuen Reizwert weiterzuspielen. Dies geht jedoch nur, wenn die Gegenspieler im Reizen-Teil bei diesem Reizwert bereits ‚weg‘ waren. Sollte dies nicht der Fall sein, kann der Solist die Spielart ändern (zum Beispiel auf eine andere Farbe wechseln), sodass der neue Reizwert nicht den der Gegenspieler unterbietet. Ein höherer Gewinngrad kann ebenfalls dazu beitragen, nicht zu überreizen. Sollten all diese Möglichkeiten nicht zum Sieg verhelfen, werden dem Solisten nicht die Punkte entsprechend des ursprünglichen Reizwertes abgezogen, sondern die des neuen.

7 Tipps, um das Skat-Lernen zu erleichtern

Skat ist ein wirklich verflixt kompliziertes Spiel. Das bedeutet jedoch nicht, dass es unmöglich ist, dieses zu erlernen. Damit Ihnen dies leichter fällt, habe ich Ihnen diese sieben Tipps zusammengestellt:

1. Lernen Sie zunächst das Farbspiel in seiner Grundform.

2. Prägen Sie sich die Trumpfreihenfolge sowie die Grundwerte ein.

3. Machen Sie sich mit den Skat-Begriffen vertraut.

4. Merken Sie sich die Formeln zur Errechnung des Spiels, Grund-, Reiz- und Spielwertes.

5. Lernen Sie, sobald Sie Tipp 1 – 4 beherrschen, die Spielarten Grand- und Nullspiel.

6. Setzen Sie sich nach Tipp 5 mit den Spielzügen (Schneider, Ouvert usw.) auseinander.

7. Machen Sie sich erst nach Tipp 6 mit den Sonderregeln vertraut.

Auf gar keinen Fall sollten Sie Skat um Geld spielen, wenn Sie das Spiel noch nicht in allen Einzelheiten kennen. Solch ein Vorhaben wäre von Vornherein zum Scheitern sowie möglicherweise hohen Verlusten verurteilt.

Skat Strategien

Dieses Kartenspiel ist wirklich sehr komplex. Aufgrund der Sonderregeln und unterschiedlichen Spielarten, ist es ebenfalls schwer für jede dieser ein und dieselbe Skat Strategie anzuwenden. Sollte nicht von vornherein bekannt sein, welche Spielarten und Sonderregeln bei der kommenden Runde überhaupt verwendet werden dürfen, helfen Ihnen nur eine sehr gute Kenntnis über dieses Spiel sowie jede Menge Erfahrung weiter. Skat ist weder ein reines Glücksspiel noch ein reines Strategiespiel. Diese Mischung macht es schwierig, nur mit Logik an die Sache heranzugehen. Grundsätzlich gilt jedoch, die Punkte im Auge zu behalten. Da es mehrere Spielrunden gibt, ist es natürlich hilfreich zu wissen, wer im Großen und Ganzen in Führung liegt. Beachten Sie zudem, dass die Trümpfe nur während des Reizens und für das Gewinnen der Stichrunden von Vorteil sind, jedoch keinen großen Einfluss auf die aufgeschriebenen Punkte haben. Dementsprechend ist für die Stichrunde eine andere Skat Strategie anzuwenden, als bei der Ansage der Spielart. Sollten Sie als Solist hervorgehen, möchten Sie eine Spielart wählen, mit der Sie möglichst viele Stiche gewinnen können. Schaffen Sie es jedoch nur Stiche zu gewinnen, die niedrige Kartenwerte enthalten, ist dies wenig hilfreich. Passen Sie somit Ihre Skat Strategie den jeweiligen Zielen der verschiedenen Teile des Skatspiels an.

Fazit

Ich kenne viele, die Skat lernen wollten und es ziemlich schnell haben sein lassen. Es ist durchaus so, dass es sich hierbei um ein kompliziertes Kartenspiel handelt. Skat ist jedoch erlernbar. Zudem ist es das wirklich wert, denn Skat macht sehr viel Spaß. Gehen Sie am besten Schritt für Schritt vor und fangen Sie zunächst mit dem Farbspiel sowie den absoluten Grundlagen an. Lassen Sie sich zu diesem Zeitpunkt nicht von Sonderregeln und weiteren Spielarten aus der Ruhe bringen. Diese werden Ihnen nicht weglaufen und können gut und gerne zu einem späteren Zeitpunkt erlernt werden. Wenn es um die beste Skat Strategie geht, dann ist diese ‚Übung macht den Meister‘. Fangen Sie erst dann Skat um Geld zu spielen, sobald Sie dieses Spiel in und auswendig können.

Skat-Begriffe

Augen: Siehe Kartenwert

Aufschreiben: Der Spielwert des Solisten und gegebenenfalls seiner Gegenspieler wird am Ende des Spielen-Teils des Skatspiels notiert.

Bedienen: Die erste gespielte Karte gibt vor, welche Karten die anderen Spieler spielen müssen.

Bube: Wird auch Spitze genannt und stellt beim Skat zumeist die Trümpfe dar.

Bock: Siehe Re

Bockrunden: Wird beim Kneipenskat zumeist nach einem bestimmten Ereignis gespielt, indem der Grundwert verdoppelt wird.

Drücken: Wird der Skat aufgenommen, müssen auch zwei Karten wieder abgelegt werden.

Farbspiel: Hierbei handelt es sich um eine der drei Spielarten. Sowohl die Buben, als auch die vom Solisten festgelegte Farbe, gelten als Trümpfe.

Fehlkarte: Alle Karten, die kein Trumpf sind.

Gewinngrad: Die Möglichkeit durch Spielzüge wie Ouvert oder Handpsiel den Spielwert zu erhöhen.

Gewinnstufe: Siehe Gewinngrad

Grandspiel: Hierbei handelt es sich um eine der drei Spielarten. Nur die Buben gelten als Trümpfe. Der Grundwert beträgt stets 24.

Grundwert: Wird zur Berechnung des Reizwertes sowie des Spielwertes benötigt und basiert auf der Farbe beziehungsweise der Spielart.

Handspiel: Der Skat wird nicht aufgenommen. Gehört zu den Spielzügen, die den Gewinngrad und somit den Spielwert erhöhen.

Hirsch: Siehe Re

Kartenwert: Wird auch Augen genannt. Gibt an, wie viel Punkte die beim Stechen gewonnenen Karten jeweils wert sind.

Kontra: Siehe Re

Mit und ohne: Wird während des Reizen-Teils zur Berechnung des Spiels verwendet. Ist ein Kreuz Bube auf der Hand vorhanden, gilt dies als mit. Ist keiner vorhanden, gilt dies als ohne.

Nullspiel: Hierbei handelt es sich um eine der drei Spielarten. Es gibt keine Trümpfe, denn es gilt die gewohnte Kartenreihenfolge. Ziel des Spieles ist es keine Punkte zu erhalten.

Offen: Siehe Ouvert

Ouvert: Der Solist legt seine Karten offen vor sich hin. Gehört zu den Spielzügen, die den Gewinngrad und somit den Spielwert erhöhen.

Ramschen: Siehe Ramschspiel

Ramschrunde: Siehe Ramschspiel

Ramschspiel: Sind alle Spieler bereits bei dem Reizwert 18 ‚weg‘, dann wird beim Kneipenskat neu eingemischt und es findet eine Ramschrunde statt. Der Solist geht aus dieser als Gewinner hervor, wenn er die wenigsten Punkte hat.

Re: Sollte ein Gegenspieler nach der Ansage des Solisten davon ausgehen, auf jeden Fall zu gewinnen, ruft er Re. Der Solist kann dies mit Kontra erwidern. Die Anzahl an Re, Kontra, Bock, Hirsch und Zippe ergibt am Ende den Faktor, mit dem die Punkte multipliziert werden.

Reizen: Durch den Reizen-Teil des Skatspiels wird der Solist ermittelt.

Reizwert: Das Produkt aus Spiel und Grundwert. Wird zur Bestimmung des Solisten benötigt.

Schneider: Der Solist hat mehr als 90 Punkte. Gehört zu den Spielzügen, die den Gewinngrad und somit den Spielwert erhöhen.

Schwarz: Der Solist hat alle Stich-Runden gewonnen. Gehört zu den Spielzügen, die den Gewinngrad und somit den Spielwert erhöhen.

Skat: So wird entweder das Kartenspiel an sich bezeichnet oder die nach dem Kartenverteilen übriggebliebenen zwei Karten.

Solist: Wird auch Alleinspieler genannt und bezeichnet den Spieler, der beim Reizen als Sieger hervorgegangen ist. Der Solist darf die Spielart bestimmen und gegebenenfalls den Skat aufnehmen.

Spiel: Wird zur Berechnung des Reizwertes sowie Spielwertes benötigt und ergibt sich aus dem mit/ohne Wert plus eins. Kann jedoch auch den Spiel-Teil während des Skatspiels bezeichnen.

Spielwert: Wird beim Aufschreiben notiert. Er setzt sich aus dem gespielten Grundwert multipliziert mit dem Spiel der Ausgangskarten des Solisten zusammen.

Spitze: Siehe Bube

Stechen: Siehe Stich

Stich: Während des Spielen-Teils des Skatspiels finden mehrere Runden statt. Bei diesen kann der Spieler alle gespielten Karten behalten, sofern er die höchste Karte gespielt hat.

Trumpf: Die Karte oder Farbe, die beim Spiel den höchsten Wert hat.

Trumpfkarte: Siehe Trumpf

Überreizen: Wenn nach dem Aufnehmen des Skats der Reizwert der Hand unter dem Reizwert aus dem Reizen-Teil liegt.

Zippe: Siehe Re “ %}

Wussten Sie schon...?

Wussten Sie übrigens, dass aus Altenburg auch Spielkarten stammen? Seit mindestens 1542 beheimatet Altenburg bereits Kartenmacher. Heutzutage ist die Marke ASS Altenburger, die seit 1832 von der Spielkartenfabrik Altenburg GmbH hergestellt wird, in Deutschland Marktführer.

Über den Autor 10-Dez-18
Letzte Aktualisierung 20-Apr-19

Karl-Heinz Schmiedinger, geboren 1955 in Freistadt, ist Baccarat Enthusiast und liebt Kartenspiele aller Art seit frühester Kindheit. Sein Wissen und seine Strategien teilt er gerne.

Häufig gestellte Fragen

Hierbei handelt es sich um ein deutsches Kartenspiel aus dem Thüringer Altenburg aus zirka 1820.

Ja, es gibt den professionellen Skatsport. Hier werden Wettkämpfe und Meisterschaften ausgetragen.

Sie können in einem professionellen Skat-Club mit dem Skatspiel beginnen, dies mit Freunden zu Hause als Spieleabend oder auch in einer Kneipe tun, die einen Skat-Stammtisch hat.

Sie könnten, ja, nur ist dies nicht empfehlenswert. Wenn Sie Skat noch nie gespielt haben oder nur sehr wenig Erfahrung haben, werden Sie kaum Chancen haben, zu gewinnen.

Übung macht den Meister ist die beste Strategie beim Skat. Zudem sollten Sie die unterschiedlichen Teile des Skatspieles beachten. Jeder dieser bedarf eine andere Skat Strategie, um als Gewinner hervorzugehen.

Wie bei allen Dingen des Lebens ist aller Anfang schwer. Sie können es sich jedoch leichter machen, indem Sie klein anfangen und ganz allmählich Ihr Skatwissen aufbauen.

Zunächst empfiehlt es sich das Farbspiel kennenzulernen. Machen Sie sich hier mit den Grundregeln des Skats vertraut.

Das empfiehlt sich sehr. Wenn Sie diese wirklich verinnerlicht haben, fällt Ihnen das Spielen an sich leichter.

Beim Skat gibt es keine Abkürzungen. Sie werden besser, indem Sie üben. Durch das Üben erhöhen sich wiederum Ihre Chancen beim Skat zu gewinnen.

Es gibt tatsächlich ein paar Webseiten, auf denen Sie Skat online spielen können. Im Gegensatz zum Poker, Baccarat oder weiteren Glücksspiel, die auf Kartenspielen basieren, ist Skat jedoch nicht in Online Casinos vertreten.